Noel Gallagher Tickets und Termine.

  • Event-Infos zu Noel Gallagher

    Der Häuptling kehrt zurück: Noel Gallagher. Etwas mehr als zwei Jahre nach dem Oasis-Split erscheint mit „Noel Gallagher´s High Flying Birds“ das erste Album von Gallaghers ebenso betiteltem Soloprojekt. Mit Songs wie den Singles „The Death of You and Me“, „If I Had a Gun“ und „AKA...What a Life!“ beweist der ehemalige Kreativkopf von Oasis, dass er ohne Zweifel noch immer zu den besten Songwritern seiner Generation zählt. Wer der Live-Beweisführung beiwohnen möchte, sollte ein Ticket für Noel Gallagher´s High Flying Birds sein Eigen nennen.

    Support sind Folks.

Noel Gallagher Eintrittskarten, Ticketpreisvergleich und Tourdaten

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  • Noel Gallagher im Porträt

    Noel Gallagher verlässt Oasis. Diese Nachricht schlug in der Popwelt ein wie eine Bombe, obwohl ein jeder seit knapp 15 Jahren mit nichts anderem gerechnet haben dürfte. Im August 2009 war das Kind also nun endlich in den Brunnen gefallen und bleibt auch vorerst dort. Während Liam Gallagher mit den übrigen Oasis-Mitgliedern unter dem Banner Beady Eye gemeinsame Sache macht und schon Ende 2009 das Studio entert, begibt sich Noel vorerst in eine Kreativpause. Die Pläne eines Soloalbums, die ihm schon seit längerer Zeit nachgesagt werden, wollen schließlich wohl geschmiedet sein. Im Gegensatz zu seinem Bruder, der wöchentlich mit Wasserstandsmeldungen und unbescheidenen Ankündigungen Schlagzeilen macht, hüllt sich Noel in Schweigen. Bis auf zwei Auftritte in der Londoner Royal Albert Hall im Rahmen des Teenage Cancer Trust, die er ohne neues Material bestreitet, bleibt er zudem auch den Konzertbühnen fern. Bestenfalls als Randnotizen des Musikjahres 2010 gelten seine Studioengagements für befreundete Musiker. So greift er Paul Weller bei einem Song als Drummer unter die Arme und singt die Backgroundvocals für Miles Kanes Song „My Fantasy“ ein.

    Im Februar 2011 verkündet Noel Gallagher in einem Interview mit seiner Lieblingsradiosendung Talksport, dass er mit den Aufnahmen zu seinem Soloalbum noch nicht begonnen habe. Ob dies nicht ganz der Wahrheit entsprach oder ob ihn kurz darauf der Arbeitseifer überfiel, ist nicht bekannt. In jedem Fall kündigt Gallagher auf einer Pressekonferenz im Juli die Veröffentlichung seiner ersten Nicht-Oasis-Platte für den 17. Oktober gleichen Jahres an. Für die Umsetzung von „Noel Gallagher´s High Flying Birds“ holte sich der eloquente Engländer weniger prominente als vielmehr talentierte Unterstützung ins Boot. Keine Frage, auch wenn er in Interviews stets verneint, als Frontmann im Mittelpunkt stehen zu wollen: Der Star ist nicht die Mannschaft! Außerdem kommt Gallaghers Spitzname „The Chief“ nicht von ungefähr. Mit David McDonnell (The Sand Band) an der Gitarre, Russell Pritchard (The Zutons) am Bass sowie Keyboarder Mike Rowe, der bereits zuvor mit Oasis zusammengearbeitet hat, und dem erfahrenen Schlagzeuger Jeremy Stacey hat sich Noel Gallagher eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt.

    Mit den zwei ersten Singles dokumentiert Gallagher mit seinen High Flying Birds - so auch der Name der Band - , dass er 2011 noch immer zum Besten gehört, was gitarrenbasierte Popmusik zu bieten hat. „The Death of You and Me“ erinnert in seiner Lakonie stark an „The Importance of Being Idle“, zeigt aber durch betrunkene Streicher und scheppernde Bläser auch eine bisher unbekannte Seite des Gallagherschen Schaffens. Der Song wird gern als Anspielung auf die zerrüttete Beziehung zu seinem Bruder interpretiert, was Gallagher jedoch bereits auf der angesprochenen Pressekonferenz verneint. Die zweite Single „AKA...What a Life!“ präsentiert wiederum sein unnachahmliches Hymnen-Gespür, das ihn schon Songs wie „Wonderwall“, „Live Forever“ und natürlich „Don`t Look Back In Anger“ hervorbringen ließ.

    Nach der Veröffentlichung von „Noel Gallagher`s High Flying Birds“ begibt sich der begnadete Songwriter mit seiner Band auf Tour, um sein Solomaterial live vorzustellen. Dass bei den Konzerten - im Gegensatz zu Beady Eye - jedoch auch Oasis-Songs auf der Setlist stehen werden, wurde von Gallagher bereits bestätigt: „I don`t think I`d ever do a gig without playing them.“ Doch um die Hitdichte musste man sich bei ihm ja nie Sorgen machen. Mit dieser Mischung aus neuen, ausgefeilten Stücken und einigen der größten Songs der jüngeren Musikgeschichte wird überdeutlich, dass ein Noel Gallagher mehr denn je gebraucht wird.

  • Rezensionen zu Noel Gallagher

    Noel Gallagher live im Palladium, Köln

    „Der größte Mensch, der je gelebt hat, live in Köln“ – Die Erwartungen für die Deutschlandpremiere von Noel Gallagher und seinen High Flying Birds, sie könnten kaum gigantischer sein. Was hatte man über das Jahr nur für ein Klingeln in den Ohren von dem Blätterwaldrauschen ob der Debüts gleich beider Gallagher-Brüder. Gab es bei Liam mit Beady Eye noch merkliche Differenzen zwischen fanbehafteter Euphorie und spürbarer Ernüchterung, konnte sich der große Bruder wenig überraschend praktisch aller Orten – Hipster mit Stilzwangsjacken ausgenommen – auf die Schultern klopfen lassen. Da mutete es schon fast wie purer Zynismus an, dass sich Noel ebenso wie die alten Oasis-Weggefährten das Kölner E-Werk als Schlachtfeld für das exklusive Deutschlanddebüt ausschaute. Dass es dazu nicht kam, lag vor allem daran, dass im Gegensatz zum Gastspiel von Beady Eye der großen Ticketnachfrage nachgegeben und das Konzert in das größere Palladium verlegt wurde. Vergleiche zwischen beiden Veranstaltungen wurden an jenem Abend jedoch nicht nur von versprengten Einzelkämpfern gezogen.

    Den Support an diesem denkwürdigen Dezember-Sonntag übernehmen The Electric Soft Parade aus Brighton. Eine sichere Wahl, wie schnell jedem pünktlichen Konzertbesucher klar wird. Brit-Pop mit zeitweise psychedelischen Einflüssen ist bei einem Publikum, das ohne Ausnahme mindestens eine Oasis-Platte im Schrank bzw. Herzen trägt, natürlich äußerst willkommen. So sorgen die Herren dafür, dass die omnipräsente Missmut ob der Konzertlokation endgültig der Vorfreude und leidlich versteckten Hysterie hinsichtlich des Hauptacts weicht. Dieser schlurft gegen halb zehn endlich auf die Bühne, hebt kurz die Hand und steigt gleich mit einem Oasis-Song ein. Natürlich „(It´s Good) To Be Free“, natürlich gleich zu Beginn. Seit dem Split eröffnete Noel Gallagher stets mit dem Seitenhieb, ob bei den Teenage Cancer Trust-Konzerten oder mit den High Flying Birds. Nach dem dylanesken „Mucky Fingers“ auf der Zwei folgt mit „Everybody´s On the Run“ der erste Song unter der Namenshoheit Noel Gallagher. Derart episches Understatement hat man lange nicht mehr hören können, jeder Ton scheint ein einziges müdes Abwinken zu sein. „Ich kann´s halt auch ohne ihn“, konnte Liam jedenfalls nicht so glaubhaft rüberbringen. Allerdings trifft das auch für Noel nur bedingt zu. Denn nicht selten flattert die Stimme etwas, müht sich gegen die versierten bis herausragenden Mitmusiker. Deutlich hörbar bei der Single „If I Had a Gun“, deren Aaaaahs irgendwo auf dem Weg von der PA zur Ohrmuscheln verloren zu gehen scheinen. Schon Schlimmeres gehört? Ganz sicher!

    Mit „Freaky Teeth“ gibt’s sogar einen zuvor unveröffentlichten – von neu kann man beim YouTube Kompendium kaum noch sprechen – Song zu hören. Würde sich irgendwie auch beim Lieblingsgeheimdienstler ihrer Majestät gut machen. Die Gerüchte in dieser Richtung sprossen ja bereits in den Tagen vor dem Konzert und sollten durch ebenjenen 60s-Rocker neue Nahrung erfahren. Im Anschluss steht das unvermeidliche wie unkaputtbare „Wonderwall“, das Noel nicht mehr so zerfasern lässt wie bei manchen Oasis-Touren, sondern ebenso in einer feinen Akustikversion bringt wie darauf folgend „Supersonic“. Weltumarmend wird es dann wieder mit dem einst für Oasis konstruierten „(I Wanna Live In a Dream In My) Record Machine“. Wie das im Stadion mit Liam am Mikro hätte aussehen können, lässt jeden der Anwesenden dann doch mit einem Kloß im Hals zurück. „Talk Tonight“, „Half the World Away“ sowie die fehlenden High Flying Birds-Songs – mit Ausnahme von „Stop the Clocks“ – später ist dann erst einmal Feierabend. Kurzer Applaus fürs Publikum und Noel Gallagher entschwindet genauso unprätentiös von der Bühne, wie man es seit jeher gewohnt ist.

    In der Zugabe ist dann noch einmal Gallaghersches Songwriting erster Wahl angesagt. „Little By Little“ mag kein Meilenstein sein, erstaunt aber über die einnehmende Funktionalität jedes Mal aufs Neue. „The Importance of Being Idle“ gehört währenddessen ja bekanntermaßen zum Besten und Ausgereiftesten, was der Exil-Mancunian je zu Papier gebracht hat und bleibt nach wie vor das etwas bessere „The Death of You and Me“ – Bläser hin, Bläser her. Den Abschluss bildet – und eigentlich könnte der Satz hier enden – „Don´t Look Back In Anger“. Da ist dann eigentlich doch fast alles wie immer: der Jahrhundertrefrain, der Chor, das vorweggenommene Ende.

    Schluss ist dann tatsächlich. Zwanzig Songs haben die Leute hier und jetzt gesehen, haben einen Noel Gallagher nebst Band in sehr guter Form erlebt und die Weichen zwischen 90er-Nostalgie und stoischer Beharrlichkeit sich stellen hören. Viel mehr konnten und wollten die meisten, allen Offenbarungshoffnungen zum Trotz, heute gar nicht. Und ganz vorbei ist der denkwürdige Dezembersonntag schließlich noch nicht. Paul Gallagher wartet schon im Blue Shell. Der ist vielleicht nicht der Bruder des größten Menschen, der je lebte, hat aber trotzdem eine exquisite Plattenauswahl dabei. Und das ist ja eh viel wichtiger.

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