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  • Amusement Parks on Fire im Porträt

    Donnerwetter, Michael Feerick hat sich wahrlich nicht auf seinen Lorbeeren ausgeruht. Als der heute 22-jährige Allroundmusiker aus Nottingham vor zwei Jahren das Debütalbum von Amusement Parks On Fire veröffentlichte, hagelte es Jubelkritiken für dieses epochale Werk eines „teenage genius“ (NME). Schließlich hatte er an dem visionären Album seit seinem 16. Lebensjahr gearbeitet und es quasi im Alleingang aufgenommen. Nicht wenige Kritiker entdeckten eine Wesensverwandtschaft mit den legendären My Bloody Valentine, von denen Feerick allerdings erstmals etwas hörte, als das eigene Album schon im Kasten war. Eher verwies er auf Bands wie Black Flag oder Smashing Pumpkins, für die er sich als Teenager begeistert hatte. Das Eigengewächs Amusement Parks On Fire, für das er nach den Albumaufnahmen aus seinem Freundeskreis eine Band rekrutierte, war am Ende des Tages ganz allein sein Ding. Die Parallelen zu Bands wie Built To Spill, Pixies, Ride und Sigur Ros waren ihm schlichtweg egal, mit Etiketten wie „Nu-gazing“ (abgeleitet von Shoegazing) konnte er herzlich wenig anfangen. Kein Wunder, entwickeln seine in gewaltige Feedbackorgien gebetteten Songs doch einen ganz eigenen hypnotischen Sog, der live – ebenso laut wie spektakulär inszeniert – bereits viele Anhänger gefunden hat. „Out Of The Angeles“, das neue Studioalbum, ist eine konsequente Weiterentwicklung der musikalischen Ideen des Sängers und Gitarristen mit der blonden Punkfrisur. Im Gegensatz zum Debüt ist es aber auch das Ergebnis einer gut aufeinander eingespielten Band, zu deren festem Kern der Gitarrist (und Produzent des ersten Albums) Dan Knowles und der Schlagzeuger Pete Dale gehören. „Out Of The Angeles” ist auch das Werk von zwei Jahren intensiver Arbeit, eine Zeitspanne, innerhalb derer Amusement Parks On Fire zudem viel unterwegs waren. Neben etlichen Konzerten in Europa tourten sie sowohl im letzten als auch in diesem Jahr durch die USA, wo sie jüngst auch bei South by Southwest auftraten. Für die kommenden Konzerte gibt es zwei personelle Veränderungen: Gavin Poole ersetzt den Bassisten Jez Cox, der die Band verlassen hat, und sein Schulfreund Joe Hardy übernimmt bei den Konzerten Keyboards, Sampling und zusätzliche Gitarren. Außerdem kümmert sich Hardy um das Artwork für Amusement Parks On Fire. Eingerahmt vom Titelsong „Out Of The Angeles” und dem nicht minder gitarrenepischen „Cut To The Future Shock” sind auf dem von der Band in Eigenregie produzierten Album auch erholsame Klanginseln wie „At Last The Night“ und „So Mote It Be“ zu finden, Ambient- Skulpturen mit Streichern und caesarischem Feedback. Es gibt auch herrlich leichte Songs wie „To The Shade“ und mit „Blackout”, dessen Schlüsselzeile „too much future to get out of the way” sich wie ein Mantra wiederholt, ein wahres Pop-Juwel: präzis nervöses Schlagzeugtremolo, flirrende Gitarren und der gedehnte Leadgesang mit dem melancholischen Unterton als typische Charakteristika. „Out Of The Angeles“ ist ein Album, das mit Hingabe und Leidenschaft eingespielt wurde, ein Album, das es eigentlich zwingend erforderlich macht, die Anlage bis zum Anschlag aufzudrehen. The beauty of guitar noise. In seine reine Form gebracht wurde „Out Of The Angeles“ auf Island, dessen bizarre Landschaft auch das Artwork des Albums prägt. Eine kleine Jam-Session mit Sigur Rós kam während der Aufnahmen ebenfalls zustande. Doch Michael Feerick ist zu sehr in einem eigendynamischen kreativen Prozess gefangen, als dass er sich mit Einflüssen von außen aufhalten würde. „Je weiter man in der eigenen Geschichte voran schreitet, desto mehr wird man von sich selbst beeinflusst. Vieles entsteht als Reaktion auf das, was man vorher gemacht hat. Ich finde, dass das neue Album wesentlich geschlossener klingt und wir an dem Punkt angekommen sind, an dem wir als Band unseren eigenen Sound gefunden haben.“ Dabei lässt sich der Musiker, dessen unprätentiöse Art und Weise ihm schon viel Lob eingebracht hat, nur ungern in seine Karten schauen. „Lieber überlasse ich jedem selbst die Interpretation meiner Songs. Ich will nicht jeden Song erklären müssen, das würde ihnen jedes Mysterium nehmen.“ Recht so, die Helter-Skelter-Gitarren von Amusement Parks On Fire sind auch ohne tiefschürfende Erklärungen auf dem besten Weg zum Candy Mountain.

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